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Organisch bauen

Ein Rebell baut rund

Mit der Natur auf einer Linie:
Gesund leben unterm Schieferdach - Die
organischen Häuser des Udo Heimermann

Heimermanns Häuser sind ein Hingucker: Regenrinnen winden sich im Schneckgang von markant schimmernden Moselschieferdächern, Baumwurzeln markieren die Hauseingänge und auf geschwungene Südwest-Terrassen stahlt ganztägig die Sonne. Organisches Bauen folgt den Linien der Natur – und soll die Hausbewohner glücklicher stimmen.

Unter Kollegen wird Architekt Udo Heimermann bisweilen als „Rebell des Runden“ belächelt – doch eigentlich genügt ja schon ein Blick aus dem Fenster, um seine Häuser zu verstehen. Was sehen wir? Anmutig geschwungene Blüten, schlängelnde Ranken, bizarr gewundene Äste. Aber entdecken wir bei der Inspektion im Grünen auch gerade Linien? Fehlanzeige. „Der Formenreichtum der Natur kennt keine Grenzen“, sagt der Architekt Udo Heimermann. Aber eine Ausnahme gibt es: „Rechte Winkel kommen nicht vor.“ Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis liegt für den 45-Jährigen aus dem Ahrtal bei Bonn im organischen Bauen, das er mit ökologischer Nachhaltigkeit verbindet.

 

Sanfte Wölbungen und überraschende Formen. Ein fließender Übergang von Draußen nach Drinnen und überall phantasievolle Detailfreude - so sieht für Udo Heimermann das ideale Haus aus. „Organisches Bauen heißt für mich nicht immer nur rund und amorph“, macht der Individualist klar. Wichtig ist ihm, dass seine Entwürfe sich harmonisch in die Natur integrieren und – bestenfalls – mit ihr verschmelzen.

„Die organische Bauweise kann dabei helfen, ein von Grund auf neues Miteinander von Mensch und Umwelt zu ermöglichen“, sagt der Rebell gegen das Diktat des rechten Winkels und der gängigen Baunormen. Für ihn geht es um viel mehr als bloße Äußerlichkeiten. Er erhofft sich vom neuen Bauen, mit dem zum Beispiel Gaudí und Hundertwasser voran gingen, zugleich ein verändertes Bewusstsein für die Natur: „Jedes Bauwerk bringt gewisse Zerstörungen mit sich, organische Architektur versucht diese minimal zu halten.“

 

Eigentlich einleuchtend, dass für Heimermann damit die Frage nach den richtigen Materialien verbunden ist. Der Rheinländer setzt auch hier voll auf Natur. Und das bedeutet unter anderem den Gebrauch von Lehm, Schilfrohr und Schiefer. Vor allem das edle Gestein aus den Tiefen der Erde kommt bei ihm immer wieder zum Einsatz. So wird zum Beispiel das Junggesellenhaus, das er für den Programmierer Wolfgang Schlagwein an der Ahr entwarf, von einem harmonisch geschwungenen Dach mit einer Wilden Deckung aus vor Ort individuell behauenem Moselschiefer gekrönt.

Ob als individuelle Wilde Deckung oder als preiswertere Universal-Deckung - das Naturprodukt passt perfekt zu den Forderungen organischer Bauherren. Denn Schiefer ist ein durch und durch authentischer Stoff, der aus dem Bauch der Erde kommt. Die spannende Geschichte seiner Entstehung beginnt im Meer: Vor rund 400 Millionen Jahren sammelten sich auf dem Grund der urzeitlichen Ozeane feinstkörnige Ablagerungen von Tonschlamm-Massen. Druck und Bewegung ließen die charakteristischen Struktur entstehen, sorgten für die Spaltbarkeit des einzigartigen Bodenschatzes.

Den lobten übrigens schon die Römer, die den robusten Baustoff in der Eifel bereits abbauten und einsetzten. Seither hat der außergewöhnlich langlebige Schiefer stets die Fantasie der Architekten beflügelt, die nach einem ebenso schönen wie vielseitigen Material, das Tradition und Innovation in sich birgt, Ausschau halten. Besonders hochwertige Schieferressourcen finden sich in der markanten Landschaft der Vordereifel. In Mayen wird das grau-blau schimmernde „Eifel-Gold“ seit der Römerzeit ans Tageslicht gefördert.

„Schiefer ist ein Dach-Baustoff für die Zukunft“, bekräftigt Heimermann, der unter anderem an der Universität Wuppertal im Fachbereich Architektur mit Schwerpunkt ökologisches Bauen tätig war. Das hochwertige Gestein erfüllt auf vielfältige Weise die Forderung nach ökologisch nachhaltigem Bauen. Allein die lange Lebensdauer macht es zu einem Werkstoff, der den Ansprüchen gerecht wird, denen sich auch Udo Heimermann verpflichtet fühlt: „Die rund zehn Prozent höheren Baukosten eines organisch geplanten Hauses amortisieren sich durch die lange Haltbarkeit der verwendeten Naturmaterialien.“ Häuser sind für ihn viel mehr als ein bloßer Schutz gegen Regen, Kälte, Wind. Das richtige Dach über dem Kopf beeinflusst den ganzen Menschen. Eine Erfahrung, die der engagierte Mann ebenfalls als Schüler machte: „Wir mussten aus unserem alten Schulhaus in ein neues mit Sichtbetonwänden ziehen – im gleichen Moment war unser Gemeinschaftsgefühl zerstört, die Stimmung wurde schlecht.“ Auch deshalb sagt er heute: „Zeige mir wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist.“ Den Wunsch Architekt zu werden, verspürte er übrigens tatsächlich schon als Teenager. Mit 15 wusste er bereits, dass er „später einmal Häuser bauen wird“. Auch, weil in den winkligen, kantigen, rechteckigen 70er Jahren um ihn herum so viel „Schreckliches“ errichtet wurde.

 

Udo Heimermann, der mit dem deutschen Solarpreis ausgezeichnet wurde, war unter anderem Mitbegründer des Institutes für organisches Bauen. Dabei sammelte er einen breiten Erfahrungsschatz mit entsprechen Bauwerken auch in Amerika. Er ist sich sicher, dass wir „unsere Bauweise ändern müssen, um das Überleben unserer Zivilisation für nachfolgende Generationen zu sichern“.

Ganz offen gibt der Mann, der mit Normen wenig anfangen kann, zu, dass er mit seinen organischen Entwürfen nicht selten erst einmal Überzeugungsarbeit leisten muss: „Einige Handwerker waren zunächst skeptisch – doch dann wuchs die Begeisterung.“ Nicht nur, dass sich bei ihnen endlich wieder die Freude am Bauen und Gestalten durchsetzte, nein, sie kamen sogar am Wochenende auf die Baustelle: „Da haben sie ihren Familien stolz gezeigt, was sie gemacht haben – und Erinnerungsfotos geknipst“, schmunzelt der Architekt: „Das erlebt man bei Norm-Häusern garantiert nicht.“

Auskunft und kostenlose Bauherren-Information: Rathscheck-Schiefer, Barbarastr. 3, 56727 Mayen-Katzenberg, Telefon 02651/9550, www.schiefer.de

 

Copyright Text & Fotos: Ratscheck Schiefer

 

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